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Klimaschutz ist Menschenschutz

Die Erdatmosphäre ist wie seit Millionen Jahren nicht, mit über 420 ppm CO2 belastet.
30 Jahre Weltklimakonferenzen sind wirkungslos verpufft. Weitermachen wie bisher?
Das würde nicht nur ein Horrorszenario für Millionen von Menschen weltweit, sondern auch für uns bedeuten. Die aktuellsten Ergebnisse eines australischen Forscherteams sind niederschmetternd. Ein 2°C Scenario hätte zur Folge, dass ganze Ökosysteme kollabieren, mehr als eine Milliarde Menschen müsste, um überleben zu können, bis 2050 umgesiedelt sein. Bewaffnete Konflikte und Kriege zwischen den Nationen wegen Migration, Wasser- und Lebensmittelknappheit würden bis 2050 und darüber hinaus massiv zunehmen. Die Gefahr eines Atomkrieges würde ansteigen.

Österreich hat seine im Paris Vertrag zugesagten CO2 Reduktionsziele weit verfehlt und zählt europaweit zu den Schlusslichtern. Deshalb musste Österreich bereits 500 Millionen Euro an Strafe durch Zukauf von Zertifikaten zahlen. Nach Ansicht von Experten sind die aktuell vorgesehenen Maßnahmen auch in Zukunft nicht in der Lage die notwendigen CO2 Reduktionen zu erreichen. Mind. 5-10 Milliarden Euro an Strafzahlungen werden auf Österreich zukommen.

„Bestattung der Fichte“-so lautete der Titel einer Tagung der Forst- und Holzwirtschaft auf der Universität für Bodenkultur in Wien. Der Forstwissenschaftler Dr. Rupert Seidl sagte: „Wir müssen weg von einem Brotbaum und künftig auf viele Brotbäume setzen“. Die Fichte ist in Zukunft bis auf eine Seehöhe von 800 m vom Aussterben bedroht. Der Schadholzanteil, verursacht durch die rasch voranschreitende Klimaveränderung (Borkenkäfer, Orkane, Schneebruch…) war im letzten Jahr in einigen europäischen Ländern bereits größer als die forstwirtschaftliche Nutzung.
Eine Studie der Forscher der ETH Zürich kommt zum Ergebnis, dass durch eine weltweite Aufforstung von 1,7 Milliarden Hektar, das entspricht zwei Mal der Fläche der USA, (derzeit gibt es weltweit 5,5 Milliarden ha Wald) zwei Drittel des Zuviel an Kohlendioxid gebunden werden könnte. Praktisch ist das, zumindest innerhalb der uns verfügbaren Zeit, nicht umsetzbar. Als erste Maßnahme sollte eine Abholzung der Regenwälder gestoppt werden!

Klimaretter Wasserstoff? Die Gewinnung erfolgte bisher zu über 96 % aus Erdgas und führte damit zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes. Beim Einsatz von Wasserstoff für den Antrieb von Autos (Brennstoffzelle), liegt der Gesamtwirkungsgrad bei ca. 25 %. Im Vergleich dazu liegt der Wirkungsgrad bei E-Autos zwischen 80 und 90 %. Mit Wasserstoff betriebene Autos sind nicht nur doppelt so teuer, sie verbrauchen in der gesamten Energiekette auch drei Mal so viel Strom wie Batterieautos. Deshalb setzt der weltgrößte Automobilkonzern, die Volkswagen AG, auf E-Autos und nicht auf Wasserstoff. Die Experten sind sich einig, der Einsatz von Wasserstoff kann langfristig in der Industrie (z.B. VOEST Hochofen…) Sinn machen, für die rasche Lösung unseres Klimaproblems ist es der falsche Ansatz!

Notwendige und praxistaugliche Lösungen, welche rasch umgesetzt werden können und müssen:
Österreich ist zu bei Gas und Öl über 90 % abhängig von Energieimporten. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre bezahlten wir dafür jährlich über 10 Milliarden Euro an Länder wie Russland oder Saudi-Arabien. Die Fläche wie auch der Holzvorrat in Österreichs Wäldern nimmt jährlich zu. Nur ein rascher Umbau des Waldes auf klimaverträgliche Baumarten gibt uns die Chance die Lebensgrundlage Wald zu erhalten. Die Verwendung von Holz im Wohnbau, im Gewerbe und in der Industrie muss erhöht werden. Dabei anfallende Restholz- und Sägenebenprodukte in der Wärmeerzeugung (kaskadisch) genutzt reduzieren die Importe von Öl- und Gas. Eine stärkere Nutzung der Wälder ist sofort wirksamer Klimaschutz!

Verursacherprinzip & Kostenwahrheit: Eines der wichtigsten Instrumente ist ein ökosozialer Steuerumbau. Ein Aufschlag von 100 Euro je Tonne klimaschädigendes CO2 mit einer gleichzeitigen Entlastung von 200 Euro je Person durch z.B. einer Senkung von Lohnnebenkosten würde sofort Anreize schaffen und positive Veränderungen nach sich ziehen. Dass dies ohne EU-Gleichklang möglich ist, zeigen uns Länder wie Schweden und Dänemark vor!

Zuletzt sind wir Alle aufgerufen Eigenverantwortung zu übernehmen. Ob beim Urlaub, bei der Bekleidung oder beim Konsum. Mehr Gemüse und weniger an Fleisch, regionaler Einkauf, Qualität vor Quantität (z.B. biologische Landwirtschaft), weniger Auto usw. schützt unser Klima, bringt mehr an Lebensfreude, schafft Arbeitsplätze und ermöglicht unseren Enkelkindern die Chance auf eine lebenswerte Zukunft.

Erwin Stubenschrott
Juli 2019