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Geht der Welt das Feuer, die Energie aus?

Wir alle wissen dass es eine Änderung in der wirtschaftlichen Ausrichtung geben muss: Finanzkrise, Bankenkrise, Wirtschaftskrise, Vertrauensschwund, Sinnkrise! Um nur einige Schlagworte zu nennen. Dazu global gesehen die drohende Klimaveränderung, Energieverknappung (Atomkatastrophe), steigende Hungersnot versus Überflussgesellschaft, sowie das Auseinanderklaffen zwischen arm und reich, führt weltweit zu enormen sozialen Spannungen.

In der sogenannten „freien Marktwirtschaft“ erleben wir Spekulationen im Rohstoff- Futter- Lebensmittel und Energiesektor.

Sie führt zum feindlichen Wettbewerb, verniedlicht als Mitbewerb oder noch zynischer als Marktbegleiter umschrieben. Die beinharte Logik dieser freien Marktwirtschaft führt zur Konkurrenz, mit dem Ziel des Siegens. Also der Vernichtung des Gegners. Unregulierte, also freie Märkte öffnen durch vorsätzliche Verknappung und Mangelerzeugung der Erpressung Tür und Tor. Wenn dann noch als oberstes Ziel die Gewinnmaximierung in Verbindung mit Korruption steht, dürfen wir uns nicht wundern wenn uns im wahrsten Sinne des Wortes langsam die Energie ausgeht.

Ein guter Ansatz vom derzeitigen Irrweg wieder auf die richtige Straße zu kommen ist die ökosoziale Markwirtschaft in Verbindung mit der Gemeinwohlwirtschaft.
Ich komme später noch darauf zurück. .
Wir alle wissen sehr genau was die anderen alles zu tun haben, so nach dem Motto: „Ich sehe den Span im Auge des Nachbarn, aber nicht das Brett vor dem eigenen Kopf“.
Es geht nicht um die Verantwortungslosigkeit der Anderen, es geht um die Eigenverantwortung. Dieses Wort hat besonders in dieser Region große Bedeutung. Hier ist Eigenverantwortung keine leere Worthülse.

Der neueste Bericht vom WWF (Living Planet Report 2012) zeigt es drastisch auf. Wir brauchen derzeit einen halben Planeten mehr, als wir zur Verfügung haben. Wenn wir nicht eine radikale Veränderung herbeiführen, sind es bis 2050 fast 3 Planten. Woher nehmen, würde uns jedes Volksschulkind wohl fragen?

Geld regiert die Welt, kein Schlagwort, sondern traurige Realität! In letzter Zeit erreichten faule Kredite (Derivate) mit ca. 700 Milliarden US Dollar annähernd das 13-fache des gesamten Welt-Bruttosozialproduktes.

Das Geld fließt von arm zu reich. Immer weniger bekommen immer mehr. Rund 80% der Bevölkerung zahlt Zinsen an die restlichen 20% („Stille“ Enteignung der Mehrheit der Bevölkerung). Ich möchte absolut keine Neiddiskussion vom Zaun brechen, stelle aber die Frage: Wohin fließen die vielen Euro Milliarden?
Was hat sich verändert? Es wird weiter lustig drauf los spekuliert, die systemrelevanten, international tätigen Großbanken machen wieder fette Gewinne und füllen die Tröge für wenige „Auserwählte“. Und schon kracht die nächste Bank, der nächste Staat.
Und die ehrlichen, verantwortungsbewussten ArbeitnehmerInnen und UnternehmerInnen werden wieder zur Kasse gebeten – nennt sich diesmal ESM – „Europäische Schulden Maschine“

Internationale Monopolisten steigern rücksichtlos weiter ihre Vorherrschaft und verkünden stolz höhere Gewinne und Dividenden. Nun komme ich zurück zur Gemeinwohlwirtschaft und stelle die Frage:
Was sagt ein höherer Finanzgewinn tatsächlich aus? Bekommen wir dadurch eine verlässliche Antwort ob:

Ein höherer Finanzgewinn kann keine einzige dieser Fragen beantworten!

Was sollen wir tun, warten wie das Kaninchen vor der Schlange?

Schon Mahatma Gandhi sagte: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, sie hat jedoch nicht genug für jedermanns Gier!“

Die Gemeinwohlwirtschaft ist seit Jahrhunderten in fast jeder Verfassung verankert. Auszug aus dem Art. 151 der Bayerischen Verfassung: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl….“

Leider gibt es zu viele die auf die ersten 2 Buchstaben pfeifen und „Mein Wohl“ verstehen.

Was steckt nun hinter der Gemeinwohlwirtschaft? Der Kern liegt in einer Neuausrichtung wirtschaftlichen Handelns auf Gemeinwohlstreben und Kooperation. Unternehmerischer Erfolg soll nicht mehr ausschließlich über die Maximierung von Gewinn definiert werden. Es geht dabei auch um besonders heiße Themen wie z.B. die Einkommensangleichung in Unternehmen (max. Faktor 20).Gestern Abend hörte ich in der Sendung ECO im ORF, das sich ein Vorstand der amerikanischen Bank Goldmann & Sachs für das großartige Ergebnis eine kleine Jahresprämie von € 50 Millionen gönnte.

Womit beschäftigt sich die Politik in der EU?
Werden die brennenden Themen wirklich ernsthaft angegriffen oder traut man sich nicht drüber weil man keine Lösung hat oder haben will?
Ein plakatives Beispiel aus unserem direkten Umfeld.
Ich bin ganz klar für Energieeinsparung.
Beispiel Haushalt:
Der Energieverbrauch im Haushalt teilt sich auf in:

Worum dreht sich die tägliche Diskussion? Um das Verbot der Glühbirne, genau, um die 0,6%.
Auf den menschlichen Organismus umgelegt bedeutet das für mich, einen schwerverletzten Menschen anstatt schnellstmöglich auf die Intensivstation zu bringen, ihn zuerst ins Nagelstudio zu legen um seinen Fußpilz zu behandeln.
Tarnen und täuschen. Wir haben in der EU Millionen und in Österreich 900.000 alte Öl mit hohen Emissionen und einem schlechten Wirkungsgrad.

Im Jahr 1995 gab der österreichische Staat für den Import fossiler Energieträger 2,1 Milliarden € aus.

Was meinen sie wie viel es 2012 sein werden? Über 14 Milliarden. Dieses Geld ist weg, obwohl wir uns gerade im Bereich der Wärmeversorgung locker zu 100% mit eE aus dem Inland versorgen könnten. Dafür fördern wir den Ölkesseltausch mit € 3.000,-

Ein anderes Beispiel aus dem persönlichen Bereich: Vor einiger Zeit diskutierte ich mit einer Kollegin über die Lebensmittelpreise. Sie wollte mir weismachen, dass es nicht leistbar ist für ihre Familie, 2 Erwachsene und ein Baby, biologische Milch zu kaufen. Verbrauch je Woche ca. 1 Liter, Differenz zur konventionellen Milch 10 cent/Liter,
macht ca. einen Mehraufwand von 0,4 Euro/Monat.
Die Raucher unter uns mögen mir diesen Vergleich verzeihen, aber besagte Kollegin raucht ca. 1-2 Schachtel/Tag. Sagen wir 30 Schachtel a` 3,5 €
= ca. € 100,-/m
Aber € 0,4,- Mehraufwand für die biologische Milch ist nicht leistbar???

Es wäre ehrlich, und das akzeptiere ich auch, wenn die Kollegin sagen würde: „Es ist mir diese 0,4 € nicht wert!“
Man sagt ja auch: Die Menschen von heute kennen von allem den Preis, aber von nichts mehr den Wert!
Hier spreche ich ganz bewusst auch die großartige Leistung der bäuerlichen Bevölkerung an. Auch hier ein Bericht heute Morgen in der Kleine Zeitung. In Tirol, muss ein Bauer, welcher aus Angst ungenannt bleiben möchte, 30.000kg Karotten in der Biogasanlage entsorgen, weil die Oberfläche für den Handel zu rillig ist und die Farbe nicht passt. Konsumentenwünsche?

Eigenverantwortung: Gemeinwohl trägt letztendlich auch zu meinem Wohl bei, vorgesetzt wir denken nicht nur auf Morgen sondern auch an die nächste Generation.

Die Hoffnung, dass die hohe Politik, die EU oder sonst wer es für uns richten werden, ist zumindest bei mir nicht mehr vorhanden.

Deshalb möchten wir als Unternehmen und ich als Familienvater unsere Verantwortung wahrnehmen und unseren Beitrag leisten, um in den Worten von Hofrat Wilhelm Himmel die Welt enkeltauglich zu machen

Erwin Stubenschrott
August 2012